Wie kommt man auf diese Zahlen? 

Grundlage jeder professionellen Waldbewirtschaftung ist ein Forsteinrichtungswerk. Das Forsteinrichtungswerk ist ein 10-Jahres-Betriebsplan, in dem jede Waldabteilung und Unterabteilung gesondert erfasst und hinsichtlich ihrer Behandlungsweise aufgeführt ist (s. u.). Auch bei der Erstellung der jährlichen Forstwirtschaftspläne wird das Datenmaterial der Forsteinrichtung berücksichtigt.ptbaumart, gefolgt von der Fichte mit 37 %, der Eiche mit 15 % und schließlich der Lärche und der Kiefer mit insgesamt 8 %. Der Gemeindewald ist ein Holzproduzent mit einem jährlichen laufenden Zuwachs 9,8 VFm je Hektar. Genutzt werden davon 9,0 VFm je Hektar. Das entspricht 7,2 EFm je Hektar bzw. 7.281 EFm im gesamten Gemeindewald an verwertbarer Holzmasse, die jährlich nachhaltig eingeschlagen werden kann. 

Obwohl die Forsteinrichtung eine sehr detail- und hilfreiche Grundlage darstellt, muss der Forstmann immer vor Ort die letzten, richtigen und sinnvollen Entscheidungen für die zukünftige Entwicklung des Waldes treffen. Und wie bei allen forstlichen Entscheidungen muss besonders bei der Holzernte die Nachhaltigkeit oberstes Gebot sein.

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Wie ist es um die Holzqualität im Gemeindewald bestellt?

Die Qualität des Holzes innerhalb der einzelnen Waldbestände im Gemeindewald variiert durchaus. So sind vom forstlichen Standpunkt aus gesehen einige wirklich gute bis sehr gute Bestände vorhanden. Beispielsweise sind im Kleinhölzchen (Abt. 408) in Niederselters und im Wehrholz (Abt. 210/211) in Münster qualitativ hochwertiges Buchenstamm- und Buchenschälholz zu finden. Am Suterkopf (Abt. 108) in Haintchen, im Erdbeerwäldchen (Abt. 207) in Münster, im Röder (Abt. 306) in Eisenbach und im Hinterwald (Abt. 414) in Niederselters stockt qualitativ gutes Fichtenstammholz. Das beste Eichenholz, teilweise in Fassdauben- und Furnierqualität, befindet sich im Mühlschlag (Abt. 129 und 130) in Haintchen. Die Qualität des Kiefernstammholzes im Gemeindewald Selters (Taunus), z. B. in der Königsheck (Abt. 323) in Eisenbach und der Armstahl (Abt. 404) in Niederselters, lässt sich insgesamt eher als mäßig bezeichnen. Die Böden in unserer Gemeinde sind für die ärmere Sandböden bevorzugende Kiefer einfach zu gut.

Ziel der nachhaltigen forstlichen Bewirtschaftung des Gemeindewaldes Selters (Taunus) ist es, alle Waldfunktionen miteinander zu vereinen - von der Erholungsfunktion, über den Naturschutz und die Jagd bis hin zu einer nachhaltigen und wirtschaftlichen Holzproduktion. Dabei ist bei der nachhaltigen Holzproduktion nicht allein die Erhaltung der mengenmäßigen Nachhaltigkeit sondern insbesondere der wertmäßigen Nachhaltigkeit zu beachten.

Und gerade die wertmäßige Nachhaltigkeit wird nicht nur über das Erhalten wertvoller alter Eichenbestände und den Schutz von Horst- und Höhlenbäumen gesteigert, sondern auch besonders durch das Einbringen wertvoller Mischbaumarten, wie beispielsweise Elsbeere, Speierling und Weißtanne, sowie eine der Wildpopulation angepassten Jagdstrategie.

 

 

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