Forst-Service zieht Bilanz nach fünf Monaten privater Waldbewirtschaftung in Selters

Nach fünf Monaten privater Waldbewirtschaftung für die Gemeinde Selters zogen Peter Bernard und Frank Zabel vom Forstservice Taunus im Umweltausschuss der Gemeindevertretung eine positive Bilanz.

Selters-Niederselters. Laut Angaben von Peter Bernard werden die für 2014 prognostizierten Einnahmen nach aktuellem Stand problemlos erreicht. Er geht von Erlösen in Höhe von 447 114 Euro aus bei einem Einschlag von 7308 Festmetern Holz.

Wie Frank Zabel berichtete, seien dieses Jahr bisher 5.400 Festmeter Holz in allen Ortslagen zusammen eingeschlagen worden, das meiste bisher davon in Haintchen. Das Schlagen von Nadel- und Laubgehölz hielt sich dabei ungefähr die Waage. Bernard betonte, die nächste Zeit werde man sich auf die Entfernung von käfergeschädigtem Holz konzentrieren. Sorge bereitete den Fachleuten in diesem Zusammenhang das trockene Frühjahr. Folglich hätten Schädlinge wie der Buchdrucker oder der Borkenkäfer früher fliegen und sich ausbreiten können. Der Forstservice sei mittlerweile alle Fichtenbestände durchgegangen. Der Regen jetzt sei gut, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Ebenfalls seien zwischenzeitlich vom Unternehmen Windwurfflächen aufgeräumt worden. Der Forstservice hat viel zu tun, muss sich laut Zabel alleine um 14,5 Hektar Kulturfläche kümmern. Das sei die Größe von 28 Fußballfeldern, die regelmäßig freigeschnitten werden müsse. Zabel berichtete auch von der engen Zusammenarbeit mit den örtlichen Vertretern des Deutschen Naturschutzbundes (NABU). Man strebe eine offensive Öffentlichkeitsarbeit an.

Ferdi Muth und Egon Schwan vom NABU seien den kompletten Gemeindewald in den Ortsteilen Eisenbach und Niederselters bereits durchgegangen und hätten dem Forst-Service schützenswerte Horst- und Höhlenbäume genannt. Das habe die Arbeit erleichtert. Zu schnell könne man ein Spechtloch oder einen Fledermauseinflug übersehen. Künftig soll zweimal im Jahr eine Waldbegang in Selters stattfinden, zu dem alle interessierten Bürger eingeladen werden sollen. Bernard kündigte außerdem eine enge Zusammenarbeit mit Schule und Kindergärten an, denen der Wald nähergebracht werden solle.
Antrag auf Äsungsflächen Bürgermeister Bernd Hartmann (parteilos) erklärte, dass die Jagdgenossenschaft darum gebeten habe, fünf Prozent der bejagbaren Fläche von der Gemeinde als Äsungsfläche auszuweisen. Die Gemeinde werde laut Beschluss des Gemeindevorstandes gerne Äsungsflächen zur Verfügung stellen. Eine Fläche von fünf Prozent der Gesamtfläche erscheine aber viel, so dass die Gemeinde hierfür erst einmal ein Gesamtkonzept erstellen lassen müsse, erläuterte Hartmann. rok

Nassauische Neue Presse, 30.05.2014