Der Forstservice Taunus soll noch vor der Kommunalwahl für die nächsten fünf Jahre beauftragt werden. Seit zwei Jahren bewirtschaftet der Forstservice Taunus den gemeindeeigenen Wald in Selters. Nun zeichnet sich eine Vertragsverlängerung für die nächsten fünf Jahre ab – die CDU empfahl dies am Montagabend im Umweltausschuss mit ihrer absoluten Mehrheit.

Die Entscheidung, sich von HESSEN-Forst zu trennen, hatte seinerzeit zu Diskussionen geführt – unter anderem, weil der Sohn des Altbürgermeisters (CDU) für den daraufhin beauftragten Forstservice Taunus verantwortlich zeichnet. Die Gemeinde zeigt sich zufrieden mit der Arbeit, die das neue Unternehmen in den letzten beiden Jahren geleistet hat. Jetzt deutet sich eine Verlängerung des Vertrages an – für die nächsten fünf Jahre. Mit ihrer absoluten Mehrheit entschied die CDU dies im Umweltausschuss so – bei vier Ja-Stimmen der CDU sowie drei Enthaltungen der Vertreter von SPD und Freien Wählern. Ausschussvorsitzende Evelyn Schütz (Bürger Liste Niederselters) betonte, dass sie nichts an der Arbeit des Forstservices zu kritisieren habe, der Vertrag aber ohnehin noch ein Jahr laufe. Von daher bestehe jetzt keine Notwendigkeit, den Vertrag zu verlängern und von daher solle die Verlängerung dem nächsten Parlament überlassen werden, das dann die kommenden fünf Jahre mit dem Forstservice arbeiten müsse. Das wird am 06. März gewählt. Elke Papke (SPD) schloss sich Schütz‘ Auffassung an und meinte, der Vertrag verlängere sich ohne Kündigung ohnehin immer automatisch um ein Jahr, und die Gemeindevertretung habe bisher nur einen einzigen Jahresabschluss des Forstservice gesehen.

Die Neuen wissen es nicht

CDU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Sandner sieht die Sache völlig anders. Er sagte, dass der Forstservice hervorragende Arbeite leiste und deshalb dem Unternehmen durch eine vorzeitige Verlängerung Planungssicherheit für anstehende Investitionen geben solle. Sandner sagte, dass die 2016 neugewählten Gemeindevertreter die Arbeit des Forstservices doch gar nicht beurteilen könnten. Die aktuellen Mandatsträgerhätten hingegen zwei Jahre Erfahrung mit dem Unternehmen und könnten nur Gutes berichten.

Positive Rückmeldungen

Diese Meinung vertrat ebenfalls Bürgermeister Bernd Hartmann (parteilos), der feststellte, dass die Zusammenarbeit der Gemeinde mit dem Forstservice ganz hervorragend sei. Das bestätigten ihm auch Rückmeldungen mit Holzkäufern und Bürgern, von denen sich bei ihm bisher kein einziger negativ über die Qualität der Leistungen des Forstservice Taunus geäußert habe. Nicht nur die Art der Zusammenarbeit sei vorbildlich, sondern bislang auch das Wirtschaftsergebnis. So habe der Gemeindewald, wie Hartmann erklärte, 2014 ein Plus von 165 000 Euro erwirtschaftet, für 2015 werde ein Jahresabschluss von 140.000 Euro erwartet. Solch positive Bilanzen seien in der Zeit davor nicht erzielt worden, sagte der Bürgermeister. Folgt die Gemeindevertretung in ihrer Sitzung am 18. November dem Beschlussvorschlag, würde der Vertrag bis Ende 2021 verlängert.

Info: 105 000 Euro Einnahmen, Waldbegang am 14. November

Diplom-Forstwirt Peter Bernard vom Forstservice Taunus berichtete, dass das Plus im gemeindlichen Forsthaushalt 2016 105 000 Euro betragen solle und dabei die Vorgaben des Forsteinrichtungswerkes eingehalten würden. Holzernte sei für kommendes Jahr in Niederselters im Kleinhölzchen, in Eisenbach im Haag, in Haintchen im Mühlschlag und in Münster im Wehrholz vorgesehen. Der Harvester komme im Hinterwald in Niederselters und in Eisenbach im Schulwald zum Einsatz. Aber auch in diesem Jahr werde der Forstservice wieder auf die traditionelle Holzrückung mit Pferden zurückgreifen, was im Sinne des Naturschutzes sei. Letzterer sei dem Forstservice, so Revierförster Frank Zabel, sehr wichtig. Er arbeite eng mit den Ortsgruppen Niederselters und Eisenbach des Deutschen Naturschutzbundes (NABU) zusammen. Es würden Höhlenbäume der Spechte und Horste bestimmter Greifvögel geschützt sowie Bäume mit Fledermäusen markiert, wie zum Beispiel aktuell im Bereich Kleinhölzchen in Niederselters. Sämtliche geplanten Kulturpflegemaßnahmen seien durchgeführt und die durch Windwurf zerstörten Bäume ersetzt worden. Im nächsten Jahr sollten im Ortsteil Eisenbach neue Kulturen angelegt werden. Zabel bedauerte es, dass es durch die erheblichen Schäden im Gemeindewald durch den Sturm Niklas in Verbindung mit dem sehr trockenen Sommer zu einem zum Teil erheblichen Borkenkäferbefall gekommen sei. Wegen diesem hätten zirka 400 Festmeter Holz eingeschlagen werden müssen. Bürger, die Interesse an der Waldentwicklung haben, sind für Samstag, 14. November, zu einem Waldbegang mit den Mandatsträgern eingeladen. Treffpunkt ist um 10 Uhr in Eisenbach die Zimmerei und Bauschreinerei Weichel. Beim anschließenden Rundgang durch den Eisenbacher Wald wird Frank Zabel Einblicke in das forstliche Geschehen im Selterser Gemeindewald geben.

Nassauische Neue Presse, 07.11.2015