Am 12. April 2016 fand in der Gemeinde Selters/Taunus ein Treffen der Revierleiter der aus der staatlichen Beförsterung ausgeschiedenen Kommunen statt. Gastgeber war dieses Mal Frank Zabel, Geschäftsführer des für die Betreuung des Selterser Gemeindewaldes zuständigen Dienstleistungsunternehmens Forstservice Taunus GmbH & Co. KG.

Derzeit handelt es sich um einen Arbeitskreis aus den Revierleiterinnen und -leitern Sigrid Büschken (Usingen), Karl-Matthias Groß (Usingen), Günter Busch (Bad Homburg), Mathias Brand (Oberursel), Ernst-Ludwig Kriep (Giessen), Armin Desch (Bad Orb) sowie Frank Zabel (Selters/Taunus). Neu hinzu kam dieses Mal der Revierleiter Martin Klepper (Kelsterbach) vom Forstbüro Klepper. Insgesamt verfügen die von den Revierleitern des Arbeitskreises repräsentierten Städte und Kommunen über eine Waldfläche von 9056 ha und eine Hiebsmasse von jährlich rund 59.600 Fm. Die bisher halbjährlich stattfindenden Treffen gelten, neben dem allgemeinen forstlichen Erfahrungsaustausch, insbesondere der Holzmarktanalyse sowie waldbaulichen Fragestellungen. Dieses Mal lag der Fokus des Treffens klar auf der Holzerfassung und der Holzvermarktung.

So stellte Lars Kristiansen, IT-Entwickler der Heidegesellschaft Forstprodukte und -Geräte GmbH, die aktuelle App für die Fotovermessung von maschinell geerntetem Holz und die Erfassung der GPS-Daten vor. Ein weiterer interessanter Tagespunkt war die Firmenvorstellung der Holzhof Breitenbach GmbH & Co. KG und der Holzlogistik & Güterbahn GmbH durch Alexander Martin. Alexander Martin gab Einblicke in die Holzeinkaufsorganisation, welche mit dem eigenen Eisenbahnverkehrsunternehmen vorwiegend Ganzzugkonzepte für Partner der Holz- und Sägeindustrie umsetzt. Zukünftig ist angedacht, den Informationsaustausch zwischen den einzelnen Revierleitern durch die Erstellung eines gemeinsamen Internet-Portals weiter zu verbessern.

AFZ-Der Wald, 14/2016

Die Gemeinde erwartet einen Jahresgewinn von 140.000 € aus dem Forst

Von den 1055 Hektar Selterser Gemeindewald befinden sich aktuell 970 Hektar in der Bewirtschaftung. Dies berichtete Frank Zabel vom für die Gemeinde mit der Waldbewirtschaftung beauftragten Forstservice Taunus Mandatsträgern und interessierten Bürgern beim Waldbegang durch Eisenbacher Gemarkung.Foto: Klöppel RobinFrank Zabel (Forstservice Taunus) und Bürgermeister Hartmann (v. l.) mit Mandatsträgern und Interessierten beim Waldbegang.

Selters-Eisenbach. Selterser Bäume landeten sogar auf dem asiatischen Markt – dies erfuhren die Teilnehmer des Waldbegangs von Forstwirt Frank Zabel. Buchen- und Fichtenholz erziele zurzeit auf dem Markt überdurchschnittliche Preise. 37 Prozent des Baumbestandes seien aktuell Buchen sowie 34 Prozent Fichten. Insgesamt 340 000 Festmeter Bäume stünden im Gemeindewald. Bei 7281 Festmetern Hiebsatz pro Jahr wachse stets mehr nach, als an Holz eingeschlagen werde, geht aus dem Bericht des Forsteinrichtungswerks hervor. Trotzdem könne die Gemeinde bei einem Jahresumsatz von 440 000 Euro im Forstbetrieb mit einem Gewinn 2015 in Höhe 140 000 Euro rechnen. 2015 sollen Ende des Jahres 6800 eingeschlagene Festmeter stehen.

Zabel begründete die nicht erreichten Sollzahlen damit, dass immer nur soviel eingeschlagen werde, wie es sinnvoll erscheine. Und trotz des geringeren Einschlages stimme ja das betriebliche Endergebnis, stellte Bürgermeister Bernd Hartmann (parteilos) fest. Puffer für Sturmereignisse müssten aber vorhanden bleiben, wie der Selterser Verwaltungschef bemerkte. Frank Zabel zeigte den Mitwanderern zwei Eisenbacher Weihnachtsbaumkulturen des Forstbetriebes. Insgesamt gebe es in Eisenbach drei sowie je eine in Niederselters und eine in Münster. 400 Weihnachtsbäume verkaufe die Gemeinde im Jahr, sagte Zabel. Mittelfristig solle eine Kultur in Eisenbach nach Aberntung der letzten vermarktbaren Bäume dort aufgegeben werden, weil das Gelände schlecht erreichbar und die Kultur somit unwirtschaftlich sei.

Zu viel Rotwild
An einem Gatter zeigte er, dass die Schutzgatter gegen Rotwild zwei Meter hoch sein müssten, weil sonst die Tiere drüberspringen und Neuanpflanzungen erheblich schädigen könnten. Frank Zabel sagte, dass er nicht wolle, dass das Rotwild im Selterser Wald komplett durch Jäger ausgerottet werde. Er sagte aber, dass 70 Prozent der bisher hier lebenden Tiere zum Erhalt des Bestandes ausreichten. Von daher müssten die Betreiber der Jagdreviere sich enger abstimmen, um eine Reduzierung des Bestandes zu erreichen.
Bernd Hartmann zeigte der Gruppe den Waldkindergarten, wo die Eisenbacher Kindergartengruppen abwechselnd Wald erleben könnten. Zabel zeigte der Gruppe auch, wie Waldbewirtschaftung funktioniert. So werden Zukunftsbäume geschützt und Bedränger eliminiert. Die Forstarbeiter um Meister Bernd Eisenbach müssten ihr Handwerk verstehen, denn wenn ein gefällter Stamm den falschen Baum beschädige, seien 180 Jahre Arbeit für die Katz, weiß Zabel. Alleine mit einem Meister und zwei Azubis kann die Arbeit im Gemeindewald aber nicht bewältigt werden, so dass der Forstservice weitere Unternehmen mit der Holzfällung und Abfuhr beauftragen muss. Teilweise wird die Holzrückung zur Bodenschonung noch mit Pferden ausgeführt. Zum Teil muss weiter mit der Motorsäge per Hand gefällt werden, dort wo Großmaschinen wie der Harvester nicht hinkommen. Nicht vermarktbare Habitatbäume mit Löchern werden bewusst als Lebensraum für Vögel oder Fledermäuse stehen gelassen. Ebenfalls sind dem Forstservice die Bürger wichtig, die im Wald Naherholung suchen. Egon Schwan von der NABU-Gruppe Eisenbach lobte: Der Forstservice Taunus leiste bisher tolle Arbeit. Die Bewirtschaftung halte er gegenüber Hessen-Forst für nachhaltiger und naturfreundlicher. Trotzdem stimme der Jahresabschluss, so Schwan.

Das schädigt den Wald Beim Windwurf durch den Sturm Niklas sei Selters mit einem blauen Auge davon gekommen, berichtete Zabel. Es seien dadurch zirka 1 000 Festmeter, überwiegend Fichten, gefallen. Durch den trockenen Sommer seien auch 600 Festmeter Holz durch Borkenkäfer geschädigt worden. Dieses vom Käfer befallene Holz wird zwei Mal jährlich entfernt. Pestizide sollten zur Käferbekämpfung im Selterser Wald nicht eingesetzt werden. Laut dem Forstwirt kann Käferholz noch als Güteklasse B verkauft werden. Wenn aber schon Spechte die Rinde beschädigt hätten, trockne das Holz schnell aus, und dann sei schnell ein Wertverlust von 30 Prozent gegeben.

Nassauische Neue Presse, 24.11.2015

Der Selterser Gemeindevertretung hat beschlossen, dass der Forstservice Taunus mindestens bis Ende 2021 weiter den Selterser Gemeindewald bewirtschaften soll.

Selters. Vier Gemeindevertreter hatten sich bei der Entscheidung enthalten. Die Vertreter der CDU stimmten geschlossen dafür, die Freien Wähler Selters (FWS) dagegen. In der SPD konnte sich mit drei Ja-Stimmen, vier Enthaltungen und einem Nein nicht auf ein klares Votum festlegen. Vereinbart wurde ebenfalls, dass der Vertrag sich jeweils automatisch um fünf weitere Jahre verlängern wird, wenn er nicht 18 Monate vor Ablauf von einem der Vertragspartner gekündigt wird.

Gute Arbeit geleistet

Während sich die Gemeindevertreter darüber einig waren, dass der Forstservice Taunus in seinen beiden ersten Kooperationsjahren mit der Gemeinde sehr gute Arbeit geleistet hat, sahen nicht alle die Notwendigkeit, schon über ein Jahr vor Ablauf den Vertrag derart langfristig zu verlängern. „Aus Überlegungen der Freien Wähler besteht keine zwingende Notwendigkeit, zum heutigen Zeitpunkt einer Verlängerung des bestehenden Vertrages zuzustimmen“, erklärte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Hans-Willi Ort, für die neue Fraktion FWS. Insbesondere da der alte Vertrag sich sowieso automatisch um jeweils ein Jahr verlängert hätte, wenn keine Seite ihn kündigt, wie Ort erläuterte. Die Gemeindevertretung sei erst für 2014 ein Betriebsergebnis vom Forstservice Taunusvorgelegt worden, das Ergebnis für 2015 sei noch nicht abschließend beraten worden, begründete Ort seine Zurückhaltung weiter. „Für eine langfristige Bindung ist nach unserer Meinung die bisher gute Zusammenarbeit mit dem Forstservice Taunus über einen längeren Zeitraum zu bestätigen“, betonte der FWS-Vertreter. Nach nur zwei Wirtschaftsjahren einer fünfjährigen Vertragsverlängerung zuzustimmen, sei ein Gebaren, was weder in der privaten Wirtschaft noch im öffentlichen Sektor üblich sei. In der freien Wirtschaft müsste Orts Aussagen nah Dienstleister, die eine derart lange Vertragszeit wünschten, dem Vertragspartner signifikant verbesserte Konditionen als Gegenleistung anbieten. Die Freien Wähler halten es auch mit Blick auf die bevorstehende Kommunalwahl und die zu erwartende Umbesetzung der Gemeindevertretung für unfair, jetzt schon Fakten für die kommende Wahlperiode zu schaffen. SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Günter Papke erklärte, bei einer Abstimmung im kommenden Jahr wäre die Vertragsverlängerung sicherlich einstimmig gewesen.

Unbegründete Eile

Überrascht sei die SPD aber gewesen, jetzt schon mit einer Vertragsverlängerung konfrontiert zu werden. „Uns stört nicht die Arbeit des Forstservice, sondern diese Eile“, so Papke. Einige Kollegen würden die Art und Weise der Verlängerung als sehr kritisch ansehen. Darum habe die Fraktion, so Papke, ihren Mitgliedern das Abstimmungsverhalten freigestellt. Bürgermeister Bernd Hartmann (parteilos), der die Vertragsverlängerung angeregt hatte, betonte, dass die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und dem Dienstleister Forstservice sehr gut verlaufe. Diese werde auch von der Bevölkerung sehr gut bewertet. Der Forstservice lege, wie Hartmann erläuterte, Wert auf ein gutes Miteinander von Naturschutzverbänden, Jagdgenossenschaften und Jagdpächtern. „Eine positive Zusammenarbeit wird von all diesen Beteiligten bestätigt“, betonte der Bürgermeister. Zudem seien die Ergebnisse der Forstwirtschaftspläne hervorragend: Für 2014 lässt sich ein Plus von 164 873 Euro verzeichnen, und für 2015 wird ein Plus von 140 000 Euro erwartet. 2016 werde der Gewinn zwar voraussichtlich mit 105 000 Euro geringer ausfallen.

Transparente Arbeit

Allerdings müssen im kommenden Jahr Hartmann zufolge einige Pflegemaßnahmen erledigt werden. Hartmann sprach sich für die vorzeitige Verlängerung auch deshalb aus, damit beide Seiten Planungssicherheit haben. CDU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Sandner meinte, mit dem neuen Partner sei absolute Transparenz der Arbeit gegeben. Wenn man mit einem Vertragspartner sehr zufrieden sei, sei es doch normal, frühzeitig über eine Vertragsverlängerung nachzudenken, sagte Sandner. Er stellte klar, dass die Verlängerung nichts damit zu tun habe, dass einer der Vertragspartner der Sohn von Altbürgermeister Dr. Norbert Zabel ist. Zudem habe der Gemeindevorstand diese Entscheidung vorgeschlagen und nicht die CDU.

Nassauische Neue Presse, 20.11.2015

Der Forstservice Taunus soll noch vor der Kommunalwahl für die nächsten fünf Jahre beauftragt werden. Seit zwei Jahren bewirtschaftet der Forstservice Taunus den gemeindeeigenen Wald in Selters. Nun zeichnet sich eine Vertragsverlängerung für die nächsten fünf Jahre ab – die CDU empfahl dies am Montagabend im Umweltausschuss mit ihrer absoluten Mehrheit.

Die Entscheidung, sich von HESSEN-Forst zu trennen, hatte seinerzeit zu Diskussionen geführt – unter anderem, weil der Sohn des Altbürgermeisters (CDU) für den daraufhin beauftragten Forstservice Taunus verantwortlich zeichnet. Die Gemeinde zeigt sich zufrieden mit der Arbeit, die das neue Unternehmen in den letzten beiden Jahren geleistet hat. Jetzt deutet sich eine Verlängerung des Vertrages an – für die nächsten fünf Jahre. Mit ihrer absoluten Mehrheit entschied die CDU dies im Umweltausschuss so – bei vier Ja-Stimmen der CDU sowie drei Enthaltungen der Vertreter von SPD und Freien Wählern. Ausschussvorsitzende Evelyn Schütz (Bürger Liste Niederselters) betonte, dass sie nichts an der Arbeit des Forstservices zu kritisieren habe, der Vertrag aber ohnehin noch ein Jahr laufe. Von daher bestehe jetzt keine Notwendigkeit, den Vertrag zu verlängern und von daher solle die Verlängerung dem nächsten Parlament überlassen werden, das dann die kommenden fünf Jahre mit dem Forstservice arbeiten müsse. Das wird am 06. März gewählt. Elke Papke (SPD) schloss sich Schütz‘ Auffassung an und meinte, der Vertrag verlängere sich ohne Kündigung ohnehin immer automatisch um ein Jahr, und die Gemeindevertretung habe bisher nur einen einzigen Jahresabschluss des Forstservice gesehen.

Die Neuen wissen es nicht

CDU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Sandner sieht die Sache völlig anders. Er sagte, dass der Forstservice hervorragende Arbeite leiste und deshalb dem Unternehmen durch eine vorzeitige Verlängerung Planungssicherheit für anstehende Investitionen geben solle. Sandner sagte, dass die 2016 neugewählten Gemeindevertreter die Arbeit des Forstservices doch gar nicht beurteilen könnten. Die aktuellen Mandatsträgerhätten hingegen zwei Jahre Erfahrung mit dem Unternehmen und könnten nur Gutes berichten.

Positive Rückmeldungen

Diese Meinung vertrat ebenfalls Bürgermeister Bernd Hartmann (parteilos), der feststellte, dass die Zusammenarbeit der Gemeinde mit dem Forstservice ganz hervorragend sei. Das bestätigten ihm auch Rückmeldungen mit Holzkäufern und Bürgern, von denen sich bei ihm bisher kein einziger negativ über die Qualität der Leistungen des Forstservice Taunus geäußert habe. Nicht nur die Art der Zusammenarbeit sei vorbildlich, sondern bislang auch das Wirtschaftsergebnis. So habe der Gemeindewald, wie Hartmann erklärte, 2014 ein Plus von 165 000 Euro erwirtschaftet, für 2015 werde ein Jahresabschluss von 140.000 Euro erwartet. Solch positive Bilanzen seien in der Zeit davor nicht erzielt worden, sagte der Bürgermeister. Folgt die Gemeindevertretung in ihrer Sitzung am 18. November dem Beschlussvorschlag, würde der Vertrag bis Ende 2021 verlängert.

Info: 105 000 Euro Einnahmen, Waldbegang am 14. November

Diplom-Forstwirt Peter Bernard vom Forstservice Taunus berichtete, dass das Plus im gemeindlichen Forsthaushalt 2016 105 000 Euro betragen solle und dabei die Vorgaben des Forsteinrichtungswerkes eingehalten würden. Holzernte sei für kommendes Jahr in Niederselters im Kleinhölzchen, in Eisenbach im Haag, in Haintchen im Mühlschlag und in Münster im Wehrholz vorgesehen. Der Harvester komme im Hinterwald in Niederselters und in Eisenbach im Schulwald zum Einsatz. Aber auch in diesem Jahr werde der Forstservice wieder auf die traditionelle Holzrückung mit Pferden zurückgreifen, was im Sinne des Naturschutzes sei. Letzterer sei dem Forstservice, so Revierförster Frank Zabel, sehr wichtig. Er arbeite eng mit den Ortsgruppen Niederselters und Eisenbach des Deutschen Naturschutzbundes (NABU) zusammen. Es würden Höhlenbäume der Spechte und Horste bestimmter Greifvögel geschützt sowie Bäume mit Fledermäusen markiert, wie zum Beispiel aktuell im Bereich Kleinhölzchen in Niederselters. Sämtliche geplanten Kulturpflegemaßnahmen seien durchgeführt und die durch Windwurf zerstörten Bäume ersetzt worden. Im nächsten Jahr sollten im Ortsteil Eisenbach neue Kulturen angelegt werden. Zabel bedauerte es, dass es durch die erheblichen Schäden im Gemeindewald durch den Sturm Niklas in Verbindung mit dem sehr trockenen Sommer zu einem zum Teil erheblichen Borkenkäferbefall gekommen sei. Wegen diesem hätten zirka 400 Festmeter Holz eingeschlagen werden müssen. Bürger, die Interesse an der Waldentwicklung haben, sind für Samstag, 14. November, zu einem Waldbegang mit den Mandatsträgern eingeladen. Treffpunkt ist um 10 Uhr in Eisenbach die Zimmerei und Bauschreinerei Weichel. Beim anschließenden Rundgang durch den Eisenbacher Wald wird Frank Zabel Einblicke in das forstliche Geschehen im Selterser Gemeindewald geben.

Nassauische Neue Presse, 07.11.2015

In diesem Frühjahr war einiges los im Selterser Gemeindewald. So wurden die durch den Orkan Niklas am 31.03.2015 verursachten Sturmschäden im Gemeindewald Selters (Taunus) fast vollständig aufgeräumt. Insgesamt sind bisher rund 800 Festmeter, vornehmlich Fichtenholz, im Gemeindewald angefallen (1 Festmeter = 1 Kubikmeter). Da es sich hauptsächlich um stärkeres Holz handelt, wurde es motormanuell, also mit der Motorsäge, aufgearbeitet und mit Forstspezialschleppern gerückt.

Hauptsächlich wurde dabei Fichten-Langholz produziert, das vor allem am Eckstein (Haintchen), im Mühlschlag (Haintchen), am Kirchhof (Niederselters), im Hinterwald (Niederselters) und am Erdbeerenwäldchen (Münster) gepoltert ist.

Im Hinterwald in Niederselters werden dagegen zurzeit noch ca. 300 Fm Fichten- und Douglasien-Schwachholz maschinell, d. h. mit dem Harvester, aufgearbeitet und dann mit dem Rückezug gerückt. Zeitgleich wurden dort sowie im Münsterer Gauchwald noch insgesamt rund 300 Fm Fichtenstammholz für das ortsansässige Sägewerk Weichel von der Fa. Schleeh aus dem Schwarzwald entrindet.

Und auch die Pflanzungen im Gemeindewald kamen nicht zu kurz. So wurden über 17 ha Kulturen von dem Forstwirtschaftsmeister Bernd Eisenbach und den Azubis Jonas Brandenburger und Jan Bidault nachgebessert. D. h. durch Trockenheit oder Schädlingsbefall abgestorbene Bäumchen in den bereits bestehenden Kulturen wurden durch frische ausgetauscht. Bei den anschließenden Neupflanzungen fanden ausschließlich heimische Baumarten Verwendung. So wurden beispielsweise in den Gemarkungen Niederselters und Münster Neukulturen mit Weißtanne und Europäischer Lärche begründet. Die Baumartenwahl hing dabei von den örtlichen Gegebenheiten und den waldbaulichen Erfordernissen ab.

Selterser Kurier, 08.07.2015

Wanderer machten sich in Münster und Nauheim ein Bild von den Sturmschäden

Die Holzpreise sind gut, auch wenn Sturm „Niklas“ vor Wochen einigen Schaden anrichtete. Dies erfuhren interessierte Wanderer in den Wäldern von Münster und Nauheim.

Selters/Hünfelden. Der Gauch- und Kohlwald in Münster war diesmal das Ziel des Waldbegangs der Selterser Mandatsträger. Frank Zabel vom Forstservice Taunus, der den Gemeindewald bewirtschaftet, führte durch das Gebiet. Für Fichte, aber vor allem Eiche, könne er derzeit beste Preise von 97 bzw. 500 Euro pro Festmeter erzielen, erläuterte Zabel. Die Fichte sei derzeit wertvoll. Denn die Sturmschäden der vergangenen Jahre hätten viele Pflanzungen zerstört. Und da dieser Nadelbaum auch besonders anfällig sei, seien kaum neue Bestände gepflanzt worden. Bürgermeister Bernd Hartmann (parteilos) betonte, dass die Gemeinde sehr nachhaltig wirtschafte und den Forst nicht ausbeute. So werde kontinuierlich weniger eingeschlagen als nachwachse. „Wir könnten pro Jahr 9300 Festmeter im Gemeindewald einschlagen, um den Baumbestand konstant zu halten“, merkte Hartmann an. Laut Zabel plant er für die kommenden Jahre aber im Schnitt nur mit 7200 Festmetern. Da es letztes Jahr etwas weniger gewesen seien, würden für 2015 7700 Festmeter auf dem Plan stehen. Seit Oktober seien bereits an die 4000 Festmeter eingeschlagen worden. Der Rest für 2015 folge bis Herbst. „H“ wie Habitatbaum.

Zabel erklärte, dass Bäume immer beobachtet werden müssen. Es könne sein, dass eine erst 2014 begutachtete, gesunde Eiche schon in diesem Jahr Symptome des Absterbens zeige. Dies bedeute dann einen Verlust von bis zu 50 Prozent beim Holzpreis. Andere Bäume werden laut Zabel geschlagen, weil sie wertvollere Nachbarbäume in der Entwicklung stören. Solche wichtigen Stämme werden mit einem weißen Punkt ausgewiesen. Bäume, die mit einem „H“ als Habitatbaum gekennzeichnet sind, bleiben unvermarktet. Sie beherbergen zum Beispiel ein Spechtloch oder einen Greifvogelhorst. >Sturm „Niklas“ machte vor wenigen Wochen auch dem Wald im Goldenen Grund zu schaffen: Rund 500 Festmeter Holz, überwiegend Fichte in Niederselters und Haintchen, fielen dem Unwetter zum Opfer. In Münster sei das Erdbeerwäldchen an der Stahlmühle betroffen gewesen, so Zabel. Im Selterser Wald wird Wert auf Mischbestand gelegt. Trotz der Notwendigkeit des wirtschaftlichen Handelns verzichtet Zabel aber nach eigenen Angaben weitgehend auf den Einsatz von Chemie. Die setze er nur bei bereits abgeernteten Stämmen ein. Denn wenn diese offen an den Waldwegen liegen, seien sie besonders gefährdet für den Befall durch Holzkäfer. Zabel zeigte den Mitwanderern auch ein Waldameisennest und erzählte, dass diese nicht mehr wie früher durch Netze geschützt würden. Denn die Ameisen verlegten ihren Haufen alle paar Jahre. Der Bestand an Waldameisen sei in Selters gut. Wanderer erfahren Wissenswertes auf Infoschildern: Der Kohlwald bekam seinen Namen, weil dort bis ins 19. Jahrhundert Kohle abgebaut wurde. „Gauch“ steht für ein früher verwendetes Flächenmaß. Auch bei einem Rundgang durch den Nauheimer Wald erhielten die Bürger interessante Informationen. Dort gingen rund 40 Bürger gemeinsam mit dem Leiter der Hessischen Revierförsterei Hünfelden, Armin Wiche, auf Erkundungstour. Der Wald in Nauheim erstreckt sich über eine Fläche von rund 1370 Hektar. Ursprünglich siedelten sich nach der letzten Eiszeit vor allem Buchen und Eichen, die sich als besonders angepasst erwiesen, an. Mischwald Hätte der Mensch nicht eingegriffen, gäbe es heute wahrscheinlich nur dichte Buchenwälder in Deutschland, erklärte Wiche. Nur in den Hochlagen seien Nadelhölzer besser angepasst. „Der Wald, wie wir ihn heute kennen, entstand durch die seit Jahrhunderten von Menschen betriebene Waldwirtschaft“, sagte der Förster. Und natürlich beeinflussten auch Umwelteinflüsse die Entwicklung des Waldes. Durch regelmäßige Durchforstung und mit der „Lichtsteuerung“ wird durch den natürlich vorhandenen Samen langsam ein Mischwald herangezogen. Es würden auch gezielt andere Bäume im Wald angesiedelt, sagte Wiche. So findet man auf einer Lichtung Kirschbäume, die mit ihren Früchten zur Ernährung der Wildtiere beitragen.

Nassauische Neue Presse, 20.05.2015

FORST - Private Betriebe bewirtschaften Wald in Mengerskirchen und Selters

Selters/Mengerskirchen. Die Gemeinden Mengerskirchen und Selters haben sich bei der Beförsterung ihrer Wälder vom Staatsforst Hessen Forst getrennt. Die Bürgermeister Thomas Scholz (CDU) und Bernd Hartmann (parteilos) ziehen eine positive Bilanz.

Die Gemeinde Selters hat 2014 einen dreijährigen Vertrag mit dem ortsansässigen Forstservice Taunus unter der Leitung von Frank Zabel geschlossen. Grund für den Wechsel war der Wunsch nach einem selbstständigen Agieren. Die Kostenreduzierung war ein untergeordnetes Ziel, sagte Bürgermeister Hartmann auf TAGEBLATT-Nachfrage. "Es ist uns wichtig, einen Ansprechpartner zu haben, der vor Ort sitzt." Mit Hessen Forst war die Gemeinde Selters dem Forstamt in Weilmünster zugeordnet.

Mengerkirchen hat sich 2007 von Hessen Forst abgewandt, eine Folge des großen Windwurfs nach Orkan "Wiebke" im Jahr 1990. Die Aufwendungen und Beförsterungskosten ständen in keinem guten Verhältnis zu den Erträgen, sagte Bürgermeister Thomas Scholz (CDU). Die größere Flexibilität zeigt sich für Selters Bürgermeister Hartmann im Holzverkauf im vergangenen Jahr. Forstingenieur Zabel habe den guten Preis für das Fichtenholz erkannt und den Einschlag erhöht. Dadurch konnte der im Forstwirtschaftsplan angesetzte Gewinn von 145 000 Euro auf 158 000 Euro erhöht werden. Dabei habe man sich jedoch an die Forsteinrichtung des Regierungspräsidiums Gießen gehalten und schlage zum Ausgleich in den kommenden Jahren weniger Fichte ein, sagte Zabel.
Probleme wie Wildschäden geht Zabel gemeinsam mit den benachbarten Förstern an. Derzeit werde ein Wildäsungskonzept erarbeitet, welches es vorsieht, Waldwiesen und Wildruhezonen für die Tiere zu schaffen. Durch gezielte Jagd werde die Wildpopulation reduziert.
Das bürgernahe Konzept wird durch Waldbegehungen umgesetzt. "Es ist wichtig, den Bürgern zu zeigen, was im Wald passiert", sagte Zabel. Für dieses Jahr sind zwei Waldbegehungen im Mai und November in Münster und Eisenbach angesetzt. Ein weiterer Schwerpunkt des Forstservice Taunus ist die Zusammenarbeit mit Naturschutzorganisationen wie dem Naturschutzbund (Nabu). Die Naturschützer kennzeichnen Bäume mit Horst- und Höhlenbau, damit diese nicht eingeschlagen werden. "Ich übersehe natürlich auch mal etwas, daher ist die Hilfe des Nabu eine gute Ergänzung zu meiner Arbeit", sagte Zabel.
Die Gemeinde Mengerskirchen hat einen anderen Weg gewählt. Es gibt keine feste Firma, die sich um die Beförsterung des Waldes kümmert, sondern Aufträge wie Holzernte, Anpflanzungen und Wegebau werden an verschiedene Fachfirmen vergeben. Die Holzvermarktung läuft in Kooperation mit der Fürstlichen Forstverwaltung in Braunfels. Zusätzlich beschäftigt die Gemeinde stundenweise einen Förster.
Für Scholz hat der Wechsel zu positiven Ergebnissen geführt. Die Waldbewirtschaftung sei flexibler geworden. Die Holzvermarktung laufe gezielter ab und die Holzpreise lägen mindestens auf dem gleichen Niveau wie bei Hessen Forst. Auch die Kosten für Pflege, Wegebau, das Anlegen von Kulturen und der Schutz vor Verbiss fielen geringer aus, sagte Scholz.

Der Leiter des Weilburger Forstamtes, Werner Wernecke, sieht in diesen Wechseln jedoch keinen neuen Trend. Gründe für den Wechsel seien geringere Kosten, mehr Selbstständigkeit oder Konflikte mit Hessen Forst. Wernecke gibt dabei zu bedenken, dass Hessen Forst den Kommunen bei der Beförsterung einen Rundumservice mit Holzverkauf, zehnjähriger Planung als Teil des Regelwerkes Forsteinrichtung sowie Unterstützung bei Naturschutz, Genehmigungsverfahren und Waldpädagogik bietet. "Wenn ein privater Anbieter dieses volle Leistungsangebot hätte, wäre er nicht billiger als Hessen Forst", sagte Wernecke.

Weilburger Tageblatt, 24.04.2015

Niklas hat Spuren hinterlassen - Spaziergänger sollten Windwurfgebiete meiden

Das Sturmtief Niklas hat Spuren hinterlassen, und Frank Zabel, Geschäftsführer des Forstservice Taunus, bittet um Verständnis dafür, dass sich der Brennholzverkauf dadurch verzögert. Die Bürger werden gebeten, die nächsten Tage aus Sicherheitsgründen bei Waldspaziergängen die Windwurfgebiete noch zu meiden.

Selters. Ein erhöhter Einschlag und im Vergleich zum Vorjahr geringerer Gewinn im Wald – das ist für 2015 zu erwarten, und dies hat, wie Frank Zabel (Forstservice Taunus) den Gemeindevertretern im Umweltausschuss erläuterte, zwei Hauptgründe: Auf der einen Seite hänge dies mit der geringeren Hiebsmasse 2014 zusammen, auf der anderen mit vermehrten Pflegemaßnahmen. Im Selterser Forst sollen im laufenden Jahr 7773 Festmeter Holz bei einem prognostizierten Gewinn von 122 878 Euro eingeschlagen werden. 2014 wurden nur 6298 Festmeter eingeschlagen und ein Gewinn von 157 706 Euro erwirtschaftet.

Seit Beginn des Jahres seien in allen vier Ortsteilen Stammholz, Palette und Industrieholz eingeschlagen worden, sagt Zabel. So sei es meist möglich, den Brennholzbedarf der Bürger in Wohnortnähe zu befriedigen. Durch die nasse Witterung sei aber in vielen Abteilungen die Holzrückung erheblich verzögert werden. Geschlagen wurde laut Zabel in diesem Jahr bereits Holz im Mühlschlag und im Eichwald in Haintchen, im Kleinhölzchen und im Hinterwald in Niederselters, im Gauchwald in Münster und im Haag in Eisenbach. Bei den Holzrückemaßnahmen beschädigte Wege würden kurzfristig wiederhergestellt. Um eine langfristige Erhalt der Waldwege zu sichern, sollten bis Ende des Jahres sämtliche Durchlässe gereinigt werden. Zukünftig solle eine jährliche Kontrolle durchgeführt werden. Geplant sei außerdem, Bänke und Wanderwege, soweit nötig, freizuschneiden. Erneuert werden solle die Verbindungsbrücke Gauchwald-Wehrholz in Münster. Der Unterbau sei zwar noch intakt, aber der Aufbau und das Geländer seien teilweise marode und sollten darum ausgetauscht werden.

Hoher Bestand an Fichten

Insgesamt lässt sich nach Aussagen Zabels jedoch im Gemeindewald ein deutlicher Überhang an jungen bis mittelalten Fichtenbeständen erkennen. Das habe einen hohen Pflegeaufwand zur Folge. Aktuell würden, dort wo es sinnvoll sei, Baumpflanzungen in sämtlichen Gemarkungen durchgeführt. „Ziel sollte es stets sein, die natürliche Verjüngung zu übernehmen“, so der Geschäftsführer des zuständigen Forstservices. Es sollten aber auch nach und nach die Freiflächen, auf denen keine natürliche Verjüngung funktioniere, bepflanzt werden. Hierbei sollten hauptsächlich einheimische Baumarten Verwendung finden. Derzeit würden in den Gemarkungen Niederselters und Münster Neukulturen mit Weißtanne und Europäischer Lärche begründet. Die Baumartenauswahl hänge ausschließlich von den örtlichen Gegebenheiten ab und könne nicht schematisch vorgenommen werden.

Viele Wildschäden

Insgesamt müssten in der Gemeinde über 17 Hektar Kulturen nachgebessert, das heißt durch Trockenheit oder Schädlingsbefall abgestorbene Bäumchen in den bereits bestehenden Kulturen ausgetauscht werden. Gleichzeitig werde die Nachbesserung zum Anlass genommen, Mischbaumarten wie die Große Küstentanne in die reinen Douglasienkulturen oder die schattenerträgliche Weißtanne und die Elsbeere in vorhandene Eichen-Hainbuchenkulturen einzubringen. Die Wildschäden befinden sich laut Frank Zabel nach wie vor auf hohem Niveau. Positiv sei die Erfüllung der Abschusszahlen 2014. Allerdings sollte seiner Meinung nach von der unbegrenzten Nachfreigabe beim Kahlwildabschuss Gebrauch gemacht werden, da Großrudel von 70 und mehr Stück Rotwild zu starke Schäden im Wald anrichten könnten. Im Rahmen des in diesem Jahr beauftragten Wildäsungskonzeptes solle mit der Erstellung von Waldwiesen begonnen werden. Auf diesen finde das Rotwild Äsung, was bei gleichzeitiger konsequenter Bejagung zur Verminderung von Schälschäden führen könne. Wichtig sei bei allen Bemühungen die enge Zusammenarbeit mit den betroffenen Jagdpächtern.

Info: Zusammenarbeit mit Naturschützern

Der Forstservice ist dabei, in allen Gemarkungen Namensschilder aufzuhängen. Viele der Schilder seien bereits aufgehängt, der Rest werde noch dieses Frühjahr folgen. „Auch weiterhin wird eine enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Naturschutzverbänden angestrebt“, versichert Frank Zabel. Die Naturschützer würden bei der Markierung der Horst- und Höhlenbäume helfen und auf besondere Vorkommen geschützter Arten hinweisen, so dass verhindert werden könne, diese bei der Holzernte in Mitleidenschaft zu ziehen. Beispielsweise befinde sich im Niederselterser Hinterwald eine Population der streng geschützten Bechsteinfledermaus. Ebenso gehe es aber darum, im Forst ökonomische Werte wie die wertvollen Selterser Eichenbestände zu erhalten. Der herausragende mit über 200 Jahre alten Bäumen befindet sich im Mühlschlag in Haintchen. Dort sei bei der Pflege ein besonderes Augenmerk auf das Zurückdrängen der dominierenden Buche zu halten, da die jungen Buchen von unten in die Kronen der alten Eichen einwachsen und diese zum Absterben bringen würden. Bei optimaler forstlicher Pflege könnten viele der vitalen Eichen dort noch über 100 Jahre erhalten werden. rok

Nassauische Neue Presse, 09.04.2015

 

Diese Arbeit ist nicht wie anno dazumal, auch wenn der Eindruck Nostalgie weckt

Mit dem Rückepferd in den Wald - vor drei Jahrzehnten war das selbstverständlich. Heute gibt es diese Arbeitweise auch noch, zumindestens manchmal.

Selters-Eisenbach. Vor 30 Jahren gehörten Holzrücke-Pferde noch in vielen heimischen Wäldern zur alltäglichen Erscheinung. Danach wurden sie immer mehr von Traktoren, Rückemaschinen und modernster Erntetechnik verdrängt. „Und dies vor allem aus Kostengründen, wie man weiß, obwohl der Pferdeeinsatz zweifellos umwelt- und naturschonender ist“, wie Frank Zabel vom Forstservice Taunus berichtet, der den Selterser Gemeindewald betreut. Doch bei manchen Holzernte-Einsätzen könne der kombinierte Einsatz von Pferd und Rückemaschine immer noch sinnvoll sein, wie aktuell im Bereich „Haag“ in Eisenbach. Dort findet derzeit in der Abteilung 301 der kombinierte Einsatz von Pferd und Rückemaschinen statt. Auf dem tiefgründigen, frischen und lößhaltigen Boden könnten, so der Revierleiter, Rückeschäden minimiert und der Baumbestand geschont werden. Zabel bedauert es, dass die traditionelle Holzrückung mit dem Kaltblut in der modernen Forstwirtschaft derzeit nur noch einen untergeordneten Stellenwert habe. Gründe liegen seinen Angaben nach insbesondere in der wesentlich geringeren Leistungsfähigkeit (Lieferverträge sind zeitgerecht einzuhalten), in der Spezialisierung auf besondere Sortimente (starkes Stammholz lässt sich ausschließlich maschinell kostendeckend rücken) und in den höheren Kosten für die Rückearbeiten.


Pferd und Schlepper

Interessant ist in Eisenbach der Arbeitsablauf: Wenn man heute von Holzrückung mit dem Pferd spricht, ist damit eigentlich immer der kombinierte Einsatz von Pferd und Rückeschlepper gemeint. Mit dem Pferd werden leichte Holzstämme und insbesondere Industrieholz an die Rückegassen vorgeliefert und dann vom Forstspezialschlepper oder Rückezug an die Waldwege gebracht. Von dort werden die Stämme dann später zum Sägewerk gebracht. Wie Frank Zabel erläutert, hat der Einsatz von Pferden als wichtigsten Vorteil, dass der Boden durch die Tiere im Vergleich zu schweren Maschinen deutlich weniger geschädigt werde. Ein zweiter Vorteil liege in der geringen Umweltbelastung und ein dritter in der Vermeidung von Rückeschäden. Außerdem werde ein traditionelles Handwerk durch den Einsatz der Pferde erhalten. Thomas Sänger aus Waldsolms führt die Arbeiten in Eisenbach mit seinem Familienunternehmen aus, zu dem Tochter Lena und Sohn Christian sowie die Pferde Henry und Meilinger gehören. Sicherlich lasse sich, so Zabel, das Rad der Zeit nicht mehr komplett zurückdrehen. Doch bei der richtigen Auswahl des Waldbestandes lägen die Kosten der Holzrückung mit den Pferden nur unwesentlich über denen der maschinellen. Von daher sei es mancherorts durchaus sinnvoll, auf Kaltblüter zu setzen. Die seien nämlich auch dann noch einsatzbereit, wenn Maschinen aufgrund beispielsweise von feuchten Böden ihre Arbeit einstellen müssten. rok

Nassauische Neue Presse, 20.02.2015

Forst-Service zieht Bilanz nach fünf Monaten privater Waldbewirtschaftung in Selters

Nach fünf Monaten privater Waldbewirtschaftung für die Gemeinde Selters zogen Peter Bernard und Frank Zabel vom Forstservice Taunus im Umweltausschuss der Gemeindevertretung eine positive Bilanz.

Selters-Niederselters. Laut Angaben von Peter Bernard werden die für 2014 prognostizierten Einnahmen nach aktuellem Stand problemlos erreicht. Er geht von Erlösen in Höhe von 447 114 Euro aus bei einem Einschlag von 7308 Festmetern Holz.

Wie Frank Zabel berichtete, seien dieses Jahr bisher 5.400 Festmeter Holz in allen Ortslagen zusammen eingeschlagen worden, das meiste bisher davon in Haintchen. Das Schlagen von Nadel- und Laubgehölz hielt sich dabei ungefähr die Waage. Bernard betonte, die nächste Zeit werde man sich auf die Entfernung von käfergeschädigtem Holz konzentrieren. Sorge bereitete den Fachleuten in diesem Zusammenhang das trockene Frühjahr. Folglich hätten Schädlinge wie der Buchdrucker oder der Borkenkäfer früher fliegen und sich ausbreiten können. Der Forstservice sei mittlerweile alle Fichtenbestände durchgegangen. Der Regen jetzt sei gut, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Ebenfalls seien zwischenzeitlich vom Unternehmen Windwurfflächen aufgeräumt worden. Der Forstservice hat viel zu tun, muss sich laut Zabel alleine um 14,5 Hektar Kulturfläche kümmern. Das sei die Größe von 28 Fußballfeldern, die regelmäßig freigeschnitten werden müsse. Zabel berichtete auch von der engen Zusammenarbeit mit den örtlichen Vertretern des Deutschen Naturschutzbundes (NABU). Man strebe eine offensive Öffentlichkeitsarbeit an.

Ferdi Muth und Egon Schwan vom NABU seien den kompletten Gemeindewald in den Ortsteilen Eisenbach und Niederselters bereits durchgegangen und hätten dem Forst-Service schützenswerte Horst- und Höhlenbäume genannt. Das habe die Arbeit erleichtert. Zu schnell könne man ein Spechtloch oder einen Fledermauseinflug übersehen. Künftig soll zweimal im Jahr eine Waldbegang in Selters stattfinden, zu dem alle interessierten Bürger eingeladen werden sollen. Bernard kündigte außerdem eine enge Zusammenarbeit mit Schule und Kindergärten an, denen der Wald nähergebracht werden solle.
Antrag auf Äsungsflächen Bürgermeister Bernd Hartmann (parteilos) erklärte, dass die Jagdgenossenschaft darum gebeten habe, fünf Prozent der bejagbaren Fläche von der Gemeinde als Äsungsfläche auszuweisen. Die Gemeinde werde laut Beschluss des Gemeindevorstandes gerne Äsungsflächen zur Verfügung stellen. Eine Fläche von fünf Prozent der Gesamtfläche erscheine aber viel, so dass die Gemeinde hierfür erst einmal ein Gesamtkonzept erstellen lassen müsse, erläuterte Hartmann. rok

Nassauische Neue Presse, 30.05.2014


Frank Zabel, Forstservice Taunus GmbH & Co. KG ist Förster im Gemeindewald in Selters. Seit vielen Jahren war der selbstständige Forstdienstleister im Holzeinschlag tätig. Jetzt bewirtschaftet er den Wald der Kommune. Im Interview mit dem Deutschen Waldbesitzer erklärt Zabel, wie er den Naturschutz in seine tägliche Arbeit integriert.


DW: Herr Zabel, wie vermeiden Sie Konflikte mit dem Naturschutz in Selters?
Wir arbeiten eng mit den lokalen Naturschutzverbänden zusammen. Ich bin seit 25 Jahren im Naturschutz in der Ortsgruppe des NABU Niederselters aktiv. Seit Jahren gehe ich bei den Vogelstimmenwanderungen mit. Dadurch habe ich einen sehr guten Kontakt vor allem zu den naturschutzbewegten Bürgern in der Gemeinde. Da kann man im Gespräch auch kritische Fragen zum Wald beantworten und brisanten Themen die „Spitze“ nehmen, bevor sie in der Gemeinde hochkochen.

DW: Wie gehen Sie mit dem Schutz von Höhlen- und Horstbäumen um?
Vor dem Auszeichnen für den Holzeinschlag treffe ich mich mit Ferdi Muth, dem stellvertretenden Kreisbeauftragten für Vogelschutz und mit Egon Schwan, dem stellvertretenden Vorsitzenden des NABU Kreisverbandes, und gehe mit den beiden in die Buchen Altbestände. Die beiden markieren Höhlen- und Habitatbäume, die wir dann nicht fällen. Die Vorgehensweise ist mit der Gemeinde abgesprochen. 

DW: Wieviele Bäume werden pro Hektar etwa markiert?
Da kommen etwa 4 oder 5 Bäume zusammen, je nachdem wie alt der Bestand ist. Diese Bäume sollen beim Holzeinschlag geschont und nicht beschädigt werden.

DW: Und wie geht das bei Horstbäumen?
Wir haben einen engen Informationsaustausch. Wenn die zwei Vogelschützer einen neuen Horstbaum ƒnden, überprüfen wir ihn gemeinsam. Handelt es sich um den Nistbaum einer besonders geschützten Vogelart, legen wir gemeinsam fest, was zum Schutz des Baumes notwendig ist. Natürlich werden alle Horstbäume markiert und geschont.

DW: Wie wirkt sich diese Zusammenarbeit auf den Forstbetrieb und auf das Image des Försters in der Gemeinde aus?
Der Forstbetrieb bekommt durch diese Zusammenarbeit für den Naturschutz eine viel größere Bedeutung. Die Gemeinde Selters strebt seit etwa einem halben Jahr die Ausweisung eines gut acht Hektar großes Schutzgebietes an, in dem die Bechsteinedermaus vorkommt. Für diese Flächen sprechen wir den Holzeinschlag mit dem NABU sehr eng ab. Diese Zusammenarbeit vermeidet Konflikte und hat insgesamt sehr positive Auswirkungen. So wächst auch das Verständnis für forstbetriebliche Arbeiten und Notwendigkeiten bei den Naturschützern.

DW: Welche Auswirkungen haben die Habitatbäume auf den Forstbetrieb?
Die von der Krone der Habitatbäume überschirmte Bestandesfläche ist ein freiwilliger punktueller Nutzungsverzicht. Solche freiwilligen Leistungen für den Naturschutz sollten im Grunde anerkannt und abgegolten werden. Zugleich gilt: Arbeitsschutz hat absoluten Vorrang. Wenn die Waldarbeiter beim Holzeinschlag abgestorbene Bäume antreffen, die ihnen bei den Fällarbeiten gefährlich werden können, sollen sie diese umschneiden und liegen lassen. Die ökonomischen Auswirkungen durch den Verzicht auf Holznutzung der Habitatbäume halten sich in Grenzen, denn die vom Specht als Wohnung gewählten Bäume sind meistens stark entwertet. Erhebliche Stammteile der Buchen mit Spechtlöchern sind rotkernig oder faul. Wir verzichten da nur auf C-Qualität oder geringerwertiges Holz.

DW: Wie vermeiden Sie den Konflikt der Brennholz-Selbstwerber mit den Interessen des Naturschutzes?
Wir konzentrieren die Brennholznutzung in jeder Gemarkung auf ein oder zwei Waldflächen. Dort ist die Störung dann natürlich groß, aber auf dem Rest der Waldfläche ist Ruhe. Das kommt auch dem Wild und der Jagd zugute.

Deutscher Waldbesitzer, 02.2014