TraubeneicheIlluHier schaut man in einen 218-jährigen, sehr wertvollen Traubeneichen-Buchen-Bestand in den Mühlschlägen in Selters/ Haintchen. Der Traubeneichen-Anteil liegt hier bei über 80 %. Traubeneichen sind insbesondere auf guten Standorten, sehr pflegeintensiv. Es müssen immer wieder einzelne wuchskräftigere, die Traubeneichen bedrängende, junge Buchen entnommen werden, um die ökologisch wertvollen alten Traubeneichen zu erhalten. Nur so können sie richtig alt werden.“

Traubeneichen und Stieleichen sind auf den ersten Blick nicht so gut zu unterscheiden, aber ein Merkmal der Traubeneiche ist: Ihre Früchte sitzen gehäuft an sehr kurzen Stielen, wie bei Trauben. Die Blätter verteilen sich gleichmäßig über den Zweig. Ihr Stamm ist schlanker und wird nicht so knorrig wie bei der Stieleiche. Welke Blätter bleiben im Winter am Baum, daher auch der Name Wintereiche. Traubeneichen sind empfindlicher gegen Nässe als Stieleichen, gleichzeitig aber auch trockenheitsresistenter.

 

 

 Vor allem der Eichelhäher sorgt durch Anlage von Nahrungsdepots für die Verbreitung der Traubeneiche.

Fun_Fact: Früher war die Bedeutung der Eichenwälder zur Schweinemast größer als zur Holznutzung. Viele der heute wertvollen Bestände wurden für diesen Zweck oder zur Wildäsung angelegt. Vor dem großflächigen Feldfutterbau ab dem 19. Jahrhundert war die Waldweide die wichtigste Art der Schweinemast. Aus dieser Zeit stammt der Spruch „Auf den Eichen wächst der beste Schinken“.

Das Holz der Trauben-Eiche erzielt die höchsten Preise, wenn es etwa 250 bis 300 Jahre alt ist. Die Traubeneiche kann bis zu 700 Jahre alt werden und riesige Ausmaße erreichen. Sie bildet sehr widerstandsfähiges Holz.

Die Traubeneichen kommen bevorzugt in den Hügel- und niedrigen Berglagen vor, zum Beispiel bei uns im Taunus, und sind hitzeverträglicher als Stieleichen. Das macht sie zu einem Zukunftsbaum für einen wärmeliebenden Wald.