Im Zuge einer Ausgleichsmaßnahme für ein Bauprojekt der Gemeinde Selters (Taunus) wurde im Selterser Gemeindewald (Gemarkung Haintchen) in Abt. 114 eine Renaturierungsmaßnahme durchgeführt. Angrenzend an das bereits bestehende Feuchtbiotop im Quellgebiet des Hainbaches ist ein Feuchtwiesenbiotop angelegt worden. In Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde wurden rund 5000 Quadratmeter Laub- und Nadelgehölze (überwiegend Fichten und Douglasien) beidseitig des Hainbaches auf einer Länge von etwa 120 Metern gerodet. Im zweiten Schritt sind die Wurzelstöcke auf ganzer Fläche beseitigt worden und am Außenrand der Fläche zu einem Wall aufgeschichtet worden. Er hat die Funktion eines Sicht- und Kleinklimaschutzes und dient gleichzeitig als Rückzugsmöglichkeit für verschiedene Tierarten (z. B. die Wildkatze). Auf der so entstandenen Waldlichtung wurde in Zusammenarbeit mit den Haintchener Jägern eine Feuchtwiesenmischung mit standortgerechten Gräsern angelegt. Desweiteren wurden auf der Fläche entlang des Bachlaufs des Hainbaches zwei Tümpel angelegt. Sie führen ganzjährig Wasser und dienen als Laichhabitate für die hier vorkommenden Amphibienarten Erdkröte, Grasfrosch, Feuersalamander, Bergmolch und Fadenmolch. Aber auch das Hoch- und Niederwild profitiert von diesen Maßnahmen, da das so entstandene Feuchtwiesenbiotop auch gleichzeitig als Wildäsungsfläche dient, wie sich an zahlreichen Fährten- und Losungsfunden eindeutig nachweisen lässt.